Am Standort Magdeburg suchen wir ab sofort interessierte MitarbeiterInnen.
Der Begriff der Rechenschwäche (RS)
RS ist die Abkürzung für „Rechenschwäche“ oder auch „Rechenstörung“ (gleichbedeutend mit dem Begriff Dyskalkulie). Neben diesen drei gebräuchlichsten Begriffen gibt es eine kaum enden wollende Liste weiterer Fachbegriffe, die Schwierigkeiten in Teilaspekten des Rechnens zu bezeichnen versuchen. Zu erwähnen ist noch die sog. Sachrechenschwäche, bei der die Kinder die arithmetischen Grundoperationen beherrschen, jedoch Textaufgaben nicht entschlüsseln können.
Von einer Rechenstörung kann man dann sprechen, wenn nach festgelegten diagnostischen Kriterien die Rechenleistungen des Kind deutlich unter dem Altersdurchschnitt liegen und ein deutlicher Abstand zwischen der diagnostizierten Rechenleistung und den Begabungswerten des Kindes vorliegt. Wenn das zutrifft, liegt eine sehr massive Beeinträchtigung der Rechenleistung vor. Der Begriff Rechenschwäche ist allgemeiner gefasst und trägt auch den Kindern Rechnung, die sehr wohl massive Schwierigkeiten im Teilbereich Rechnen aufweisen, aber nicht vollständig unter die diagnostischen Richtlinien Rechenstörung fallen.
Gemeinsam haben beide Fälle, ob Rechenstörung oder Rechenschwäche, dass ein pädagogischer Auftrag vorliegt und gehandelt werden muss, in Form einer zusätzlichen individuellen Förderung. Deshalb verwenden wir in der PTE vornehmlich den allgemeinen Begriff Rechenschwäche.
Die Zahlen zur Häufigkeit von Rechenschwierigkeiten schwanken. Dies liegt wohl an der unterschiedlichen Verwendung der Begriffe. Bei der Rechenstörung geht man im deutschsprachigen Raum von einer Häufigkeit von 4,4 bis 6,7 Prozent aus. Dies bedeutet, dass statistisch gesehen in einer durchschnittlich großen Klasse mit 25 Schülern zumindest ein Kind mit einer Rechenstörung ist.
Häufig treten zusätzlich zur Rechenstörung andere Schwierigkeiten auf:
- 17 Prozent der Kinder mit Rechenstörung haben zusätzlich eine Lese-Rechtschreibschwäche.
- 26 Prozent der Kinder mit Rechenstörung haben zusätzlich Symptome einer ADHS.
Rechenschwäche ist die einzige Lernstörung bei der Mädchen 1,5-mal häufiger betroffen sind als Jungen. Es liegt nahe, dass Mädchen häufiger Matheängste entwickeln, was sich dann wiederum leistungsmindernd auswirken kann. Allerdings sind bei sehr schweren Rechenstörungen doch wieder mehr Jungen als Mädchen betroffen.

